| Ernährung

Christine Schneider: „Innovationen von heute sichern Ernährung von morgen“

Statement der rheinland-pfälzischen Landwirtschafts- und Umweltministerin zum Welternährungstag
Mähdrescher bei der Getreideernte
Mähdrescher bei der Getreideernte

„Innovate today. Nourish tomorrow.“ Unter diesem Motto steht der diesjährige Welternährungstag der FAO. „Innovationen von heute sichern die Ernährung von morgen. Das ist ein Statement und eine Aufforderung zugleich“, sagte die rheinland-pfälzische Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider.
Volatile Märkte, Klimawandel, veränderte gesellschaftliche Ansprüche – die Landwirtschaft stelle sich immer wieder neuen Herausforderungen und gehöre zu den innovativsten Branchen überhaupt. Fortschritte in der Fruchtfolge, neue Wege in der Tier- und Pflanzenzucht, in der Düngung und im Pflanzenschutz, Entwicklungssprünge durch Mechanisierung, Automatisierung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zeigten schlaglichtartig, welche Umwälzungen und Veränderungen die Branche gemeistert habe und weiterhin meistern müsse. „Heute sind die Landwirtinnen und Landwirte so gut ausgebildet wie nie zuvor und produzieren ressourcenschonender als ihre Vorfahren“, stellte die Ministerin fest und betonte die Rolle der Dienstleistungszentren Rheinland-Pfalz beim Technologietransfer in die Praxis.

Noch sei der Bevölkerungspeak nicht erreicht. Bis mindestens zur Mitte dieses Jahrhunderts sei weltweit mit einer weiterhin wachsenden Bevölkerung zu rechnen. „Um die globalen Agrar- und Ernährungssysteme nachhaltig und krisenfest zu gestalten, müssen wir weiterhin technischen Fortschritt generieren – und zulassen“, betonte Schneider.

„Ich beobachte mit Sorge, wie man sich gerade in wohlhabenden Ländern gerne zurücklehnt, Risiken scheut und neue Erfindungen, neue Technologien erst einmal misstrauisch beäugt“, stellte die Ministerin fest. Der Umgang mit der Gentechnologie belege dies eindrucksvoll. Dabei eröffneten moderne und verantwortungsvoll angewandte genomische Techniken ungeahnte Perspektiven in der Medizin, aber auch in der Agrarwirtschaft und der Lebensmittelerzeugung für eine weiterhin wachsende Weltbevölkerung.  

Innovation sei mehr als technischer Fortschritt um seiner selbst willen. Innovation bedeute wissensbasierte Risikoabwägung, verantwortungsvolle Entscheidungen, mehrdimensionales Denken. „Landwirtschaftliche Erzeugung kann nur nachhaltig sein, wenn wir verantwortungsbewusst mit den Ressourcen Boden, Wasser und Luft umgehen, wenn wir Klimaschutz und Biodiversität mitdenken – ohne jedoch die Produktivität zu vernachlässigen“, sagte Schneider.

„Bei der weltweiten Ernährungssicherung trägt die EU eine Mitverantwortung. Wir brauchen einen neuen Green Deal in Europa: Allein mit überambitionierter Extensivierung, nostalgisch anmutenden Bestrebungen zur ‚Wiederherstellung‘ einer verloren geglaubten Natur und einem überheblichen Auftreten gegenüber den Ländern des globalen Südens werden wir es nicht schaffen, einen Beitrag zur Ernährung der kommenden Generationen zu leisten“, so die rheinland-pfälzische Landwirtschafts- und Umweltministerin und frühere EU-Parlamentarierin.

Der Welternährungstag erinnert jährlich an die Gründung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) am 16. Oktober 1945.

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